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Deutschland oder Großbritannien? Der große Unterschied im Asylverfahren für LGBTI+ Geflüchtete in Europa

 Deutschland oder Großbritannien? Der große Unterschied im Asylverfahren für LGBTI+ Geflüchtete in Europa
Okunuyor Deutschland oder Großbritannien? Der große Unterschied im Asylverfahren für LGBTI+ Geflüchtete in Europa

Auch wenn europaweit ein auf Menschenrechten basierendes Asylsystem angestrebt wird, zeigen sich in der Praxis große Unterschiede zwischen den Ländern. Besonders für LGBTI+ Personen können diese Unterschiede lebensverändernde Konsequenzen haben. Die Asylverfahren in Deutschland und Großbritannien sind eines der auffälligsten Beispiele für diese Ungleichheit.

Schnelles und menschenrechtsbasiertes Verfahren in Großbritannien

Das Vereinigte Königreich bietet LGBTI+ Geflüchteten ein schnelleres, transparenteres und menschenrechtsorientiertes Asylverfahren. Zum Beispiel wurde der Asylantrag einer trans Person aus der Türkei in nur 3,5 Monaten anerkannt. Der Person wurde zudem direkt eine 5-jährige Aufenthaltserlaubnis erteilt. Dies bedeutet eine ernsthafte Sicherheit und Stabilität für einen Neuanfang im Leben. Das britische Innenministerium nimmt insbesondere Bedrohungen aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität ernst und bemüht sich, im Einklang mit den Grundsätzen des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) zu handeln. Und zuerst wird ein Hotel zur Verfügung gestellt, danach direkt eine eigene Wohnung.

Systematische Ablehnung und Diskriminierung in Deutschland

In Deutschland ist die Situation hingegen völlig anders. Das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) lehnt die Anträge von LGBTI+ Geflüchteten meist systematisch ab. Selbst trans- und homosexuelle Antragsteller*innen aus gefährlichen Ländern wie der Türkei erhalten Ablehnungen mit Begründungen wie: „Sie können in Ihr Heimatland zurückkehren und dort eine Hormontherapie machen“ – Begründungen, die weder wissenschaftlich noch menschlich fundiert sind.

Die Menschenrechtsverletzungen, Gewalt, Bedrohungen und gesellschaftliche Ausgrenzung, denen LGBTI+ Personen ausgesetzt sind, werden häufig ignoriert. Dieses Verhalten widerspricht nicht nur den internationalen Menschenrechten, sondern auch den internationalen Abkommen, denen Deutschland selbst beigetreten ist. Darüber hinaus zeigt das BAMF gegenüber LGBTI+ Geflüchteten immer wieder böse Absichten durch ständige Abschiebungsdrohungen und verursacht durch psychische Belastungen ernsthafte gesundheitliche Probleme.

Warum sind diese Unterschiede so groß?

Diese Kluft hat ihren Ursprung in der unterschiedlichen Haltung der Länder gegenüber LGBTI+ Rechten und Vielfalt. Großbritannien hat ein fortschrittlicheres und sensibleres System zum Schutz von LGBTI+ Personen entwickelt, während in Deutschland – insbesondere bei türkischen LGBTI+ Geflüchteten – politische Interessen und Vorurteile eine große Rolle zu spielen scheinen.

Beide Länder sind Mitglieder des Europarats und Unterzeichner der Europäischen Menschenrechtskonvention. Doch die Unterschiede in der Praxis können das Schicksal von LGBTI+ Geflüchteten völlig verändern. Großbritannien bietet Hoffnung und das Recht auf Leben, während Deutschland leider oft zu einem Ort eines zweiten Traumas wird.

Für eine LGBTI+ Person kann die Wahl des Landes, in dem sie Asyl beantragt, eine Entscheidung zwischen Leben und Tod bedeuten.

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